Plastikkarten bedrucken: selbst drucken oder drucken lassen
Ein eigener Kartendrucker klingt praktisch. Ob er sich rechnet, hängt von drei Dingen ab: wie viele Karten Sie brauchen, wie sie aussehen sollen und ob ein Chip hinein muss. Hier ist der Vergleich mit den Zahlen aus den Datenblättern und aus unserer Produktion in Hessisch Lichtenau.
Selbst drucken lohnt sich, wenn Sie Karten einzeln und sofort brauchen, zum Beispiel Besucherausweise oder den Ausweis für eine neue Kollegin. Ab einigen hundert Karten mit gleichem Motiv, bei Veredelungen wie Folienprägung oder Rubbelfeld und bei Karten mit Chip ist Drucken lassen in der Regel günstiger und hochwertiger.
Viele Unternehmen kombinieren beides: Das Design kommt fertig aus der Produktion, Name und Foto druckt man später am eigenen Gerät dazu.
- FÜR
- Einkauf, Personal, Marketing
- FRAGE
- Eigener Drucker oder Produktion?
- ERGEBNIS
- Entscheidung nach Menge, Optik und Chip
01Zwei Wege zur bedruckten Karte
Ob Kundenkarte, Mitarbeiterausweis oder Gutscheinkarte: Fast alle Plastikkarten haben dasselbe Format. Die Norm ISO/IEC 7810 legt es als ID-1 fest, 85,60 × 53,98 mm groß und 0,76 mm stark.4 Für dieses Format gibt es zwei grundverschiedene Arten, es zu bedrucken.
Am eigenen Kartendrucker
- Verfahren
- Farbe wird per Wärme von einem Farbband auf die fertige Karte übertragen, Karte für Karte.
- Rohling
- Weiße Blankokarte, die Sie dazukaufen.
- Stärke
- Sofort verfügbar, jede Karte kann anders aussehen.
- Grenze
- Tempo, Farbbandkosten, keine Veredelungen.
In der Kartenproduktion
- Verfahren
- Druck auf großen Bögen, danach Laminieren und Ausstanzen der einzelnen Karten.
- Rohling
- Entsteht im selben Prozess, auch mit Chip oder Magnetstreifen.
- Stärke
- Gleichmäßige Qualität, Veredelungen, niedrige Stückkosten.
- Grenze
- Mindestmenge und Produktionszeit.
Bei uns kommen dafür UV-Offsetdruck mit bis zu acht Farben plus Lack, Digitaldruck auf einer HP Indigo mit sieben Farben plus Deckweiß und Siebdruck zum Einsatz. Danach laufen die Bögen durch Laminier- und Stanzanlagen.6 Ein Kartendrucker im Büro kann das nicht nachbilden. Er ist für etwas anderes gebaut: für einzelne Karten, schnell zur Hand.
02Was ein Kartendrucker leistet
Die meisten Bürogeräte arbeiten im Direktdruck: Ein Druckkopf überträgt Farbe von einem Farbband direkt auf die Kartenoberfläche. Das Kürzel YMCKO auf dem Farbband steht für Gelb, Magenta, Cyan, Schwarz und eine transparente Schutzschicht (Overlay). Teurere Geräte arbeiten im Retransferdruck. Sie drucken zuerst auf eine Folie und übertragen diese dann auf die Karte. Das bringt Druck bis zum Rand, auch auf unebenen Oberflächen wie Chipkarten.3
Wie viel ein Gerät schafft, steht in den Datenblättern der Hersteller. Drei verbreitete Modelle im Vergleich:
| Herstellerangabe | Zebra ZC3001 | Evolis Primacy 22 | Evolis Avansia3 |
|---|---|---|---|
| Verfahren | Direktdruck | Direktdruck | Retransfer |
| Farbig, einseitig | 200 Karten/h | bis 280 Karten/h | bis 144 Karten/h |
| Farbig, beidseitig | 140 Karten/h | 170 Karten/h | 96 Karten/h |
| Farbband, Drucke pro Rolle | 200 oder 300 | 300 | 500 plus Transferfilm |
| Auflösung | 300 dpi | 300 dpi | 600 dpi |
| Druck bis zum Rand | ja, auf Standardkarten | je nach Modell oder Option | ja, auch auf unebenen Karten |
Alle Werte sind Höchstwerte der Hersteller unter Idealbedingungen, abgerufen am 9. Oktober 2026. Im Alltag kommen Nachlegen, Farbbandwechsel, Reinigung und Fehldrucke hinzu.
Für ein paar Ausweise pro Woche sind das gute Werte. Zum Vergleich: In unserer Produktion entstehen bis zu 800.000 Karten am Tag.6 Das ist kein Wettbewerb, sondern zeigt, wofür welches Werkzeug gedacht ist.
03Die Rechnung für 1.000 Karten
Nehmen wir an, Sie brauchen 1.000 Kundenkarten, einseitig farbig, alle mit demselben Motiv. Mit den Herstellerangaben von oben sieht die Rechnung am eigenen Drucker so aus:
1.000 Karten, einseitig farbig, am eigenen Kartendrucker
- Anschaffung, Beispiel Zebra ZC300 beidseitig im Handel51.330,85 € inkl. MwSt.
- Reine Druckzeit bei 200 bis 280 Karten pro Stunde3,6 bis 5 Stunden
- Farbbänder bei 200 bis 300 Drucken pro Rolle4 bis 5 Rollen
- Blankokarten1.000 Stück plus Reserve
- Beidseitig farbig bei 140 bis 170 Karten pro Stunde5,9 bis 7,1 Stunden
Hinzu kommen Reinigungssets, die Arbeitszeit am Gerät und Ausschuss. Farbbänder und Rohlinge kosten bei jeder Karte erneut. In der Produktion verteilt sich die Einrichtung dagegen auf die ganze Auflage. Je mehr gleiche Karten, desto niedriger der Preis pro Stück.
Den Preis für Ihre Auflage sehen Sie direkt im Kartenkonfigurator auf cards.de. Dort wählen Sie Material, Veredelung und Stückzahl ab 100 Karten und können Ihr Motiv hochladen.
04Was nur in der Produktion geht
Ein Kartendrucker druckt Farbe auf eine vorhandene Karte. Alles, was in die Karte hinein oder auf besondere Weise auf sie drauf muss, entsteht in der Herstellung:
- Folienprägung in Gold oder Silber
- Glitzer- und Metalliclack
- Special colours
- Scratch-off field
- Lenticular effects
- Hologram
- Signature field
- Magnetic stripe
- RFID- und NFC-Chips
- Holz, PET oder Recyclingmaterial
Ein Beispiel ist die Voucher mit Rubbelfeld und Goldprägung. Beides lässt sich nicht nachträglich aufdrucken. Dasselbe gilt für den Magnetstreifen einer Customer card: Wir verwenden HiCo-Streifen mit 12,7 mm Breite, die bei der Herstellung aufgebracht werden.6
Und Chipkarten?
Ein Kartendrucker kann eine Chipkarte bedrucken und mit einem passenden Zusatzmodul auch codieren.3 Den Chip selbst kann er nicht einbauen. Er sitzt in der Kernschicht der Karte und kommt schon bei der Herstellung hinein. Welcher Chip der richtige ist, bestimmt Ihr Lesegerät. Mehr dazu auf unserer Seite zu RFID-Karten.
05Der Mittelweg: vordrucken lassen, vor Ort personalisieren
Die Entscheidung muss kein Entweder-oder sein. Bei Mitarbeiterausweisen ist eine Aufteilung üblich: Logo, Farben, Hintergrund und Veredelung kommen aus der Produktion. Name, Foto und Personalnummer druckt die Personalabteilung am eigenen Gerät, sobald jemand neu anfängt.
So sehen alle Ausweise einheitlich und hochwertig aus, und Sie bleiben trotzdem flexibel. Wichtig ist, dass die Oberfläche der vorgedruckten Karte zu Ihrem Drucker passt. Das klären wir vor der Bestellung, Muster für einen Test sind möglich.7
Wer nur den Rohling braucht, findet ihn bei unseren Blanko-Karten, auch mit Chip. Fertig gestaltete Ausweise gibt es als Employee badges.
06Entscheidungshilfe nach Einsatzzweck
Die folgende Übersicht fasst zusammen, welcher Weg für typische Kartenprojekte meist der passende ist.
| Ihr Projekt | Worauf es ankommt | Empfehlung |
|---|---|---|
| Besucherausweise, täglich wenige | sofort verfügbar, schlichtes Design | Selbst drucken |
| Customer cards für ein Bonusprogramm | gleiches Motiv, oft mit Magnetstreifen oder Barcode | Drucken lassen |
| Vouchers für den Handel | Rubbelfeld, Prägung, wertige Optik | Drucken lassen |
| Employee badges | einheitliches Design, laufend neue Namen | Mittelweg |
| Ausweise mit RFID-Chip | Chip passend zum Lesegerät | Drucken lassen oder Mittelweg |
07Drucken lassen: so läuft es ab
Wenn Sie sich für die Produktion entscheiden, helfen diese Punkte, damit die Anfrage ohne Rückfragen durchgeht.
- Menge und Einsatz festlegenWie viele Karten brauchen Sie jetzt, wie viele später? Wir produzieren ab 100 Stück.
- Ausstattung wählenMagnetstreifen, Barcode, Unterschriftenfeld oder Chip? Bei Chips vorher den Typ beim Anbieter Ihres Lesesystems erfragen.
- Druckdaten vorbereitenEine Layoutvorlage als PDF und Checklisten zu den Druckdaten finden Sie im Servicebereich. Im Konfigurator laden Sie PNG, JPG, PDF oder AI bis 20 MB hoch.
- Prüfung abwartenWir prüfen Ihre Druckdaten kostenlos, bevor gedruckt wird.6
- Produktion und KontrolleDie Karten werden nach ISO 7810 und ISO 10373 geprüft, dazu kommen Tests auf Haftung, Torsion und Biegefestigkeit pro Charge.6
08Häufige Fragen zum Bedrucken von Plastikkarten
Kann man Plastikkarten mit einem normalen Drucker bedrucken?
In der Regel nicht. Büro-Laser- und Tintenstrahldrucker sind nicht für 0,76 mm starke PVC-Karten gebaut. Es gibt Sonderlösungen mit Kartenschacht und speziell beschichteten Karten. Für Ausweise im Alltag setzen Unternehmen aber Kartendrucker mit Farbband ein.
Ab welcher Stückzahl lohnt sich Drucken lassen?
Wir produzieren ab 100 Karten. Bei gleichem Motiv wird die Produktion mit jeder weiteren Karte günstiger, weil sich die Einrichtung auf die Auflage verteilt. Den genauen Preis für Ihre Menge zeigt der Configurator.
Kann ich vorgedruckte Karten selbst personalisieren?
Ja. Das ist bei Mitarbeiterausweisen sogar der häufigste Weg. Die Oberfläche der Karte muss zu Ihrem Kartendrucker passen, das stimmen wir vor der Bestellung ab.
Kann ein Kartendrucker Chipkarten herstellen?
Nein. Er kann Chipkarten bedrucken und mit einem Zusatzmodul codieren, der Chip muss aber schon in der Karte sein. Passende Rohlinge mit Chip gibt es als Blanko-Karten.
Welches Format hat eine Plastikkarte?
Das Standardformat ID-1 nach ISO/IEC 7810 misst 85,60 × 53,98 mm bei 0,76 mm Stärke. Es ist das Format von Bank-, Kunden- und Ausweiskarten.
Quellen
- Zebra Technologies: ZC300 Kartendrucker, Datenblatt. zebra.com, abgerufen am 9. Oktober 2026.
- Evolis: Primacy 2, Produktbroschüre. evolis.com, abgerufen am 9. Oktober 2026.
- Evolis: Avansia Retransfer-Kartendrucker, Datenblatt. Bereitgestellt von Jarltech, abgerufen am 9. Oktober 2026.
- ISO: ISO/IEC 7810:2019, Identification cards, Physical characteristics. iso.org, abgerufen am 9. Oktober 2026.
- office-partner.de: Zebra ZC300 Kartendrucker, Händlerpreis. office-partner.de, abgerufen am 9. Oktober 2026. Preise im Handel ändern sich laufend.
- CF Card Factory: Maschinenpark, Kapazität und Qualitätsprüfung. cards.de/ueber-uns and cards.de.
- CF Card Factory: Blanko-Karten und Ablauf mit Mustertest. cards.de/blanko-karten.
Berechnen Sie Ihre Karten direkt im Konfigurator
Material, Veredelung und Stückzahl auswählen, Motiv hochladen, Preis sehen. Wenn Sie lieber sprechen: Wir beraten Sie auch, ob sich für Ihr Projekt ein eigener Drucker, die Produktion oder der Mittelweg lohnt.